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Erlebnisse und Geschichten Teilnehmer erzählen

Federlesen mit Klaus Schulze im August 2018

Teilnehmerfeedback

 

 

Mit Klaus in die Federwelt einzutauchen war ein wunderbares Erlebnis.

Es steckt so viel Wissen in diesem faszinierenden Menschen, welches er auf eine Art und Weise teilt, die meine Neugierde immer größer werden hat lassen, mit der ich jetzt durch den Wald streife und die Geheimnisse der Natur versuche zu entschlüsseln. Lara

Basiskurs Juni 2018

Teilnehmerfeedback

 

 

Drei Tage hat mich nun der Alltag wieder.

Zeit danke zu sagen für die tolle Zeit, die ich bei euch verbringen durfte.

Das Wochenende bei euch war für mich ein totaler Augenöffner, für Dinge, Wahrnehmungen und Gefühle, welche mir über fast mein gesamtes Leben nicht bewußt geworden bzw. teilweise sogar abtrainiert worden sind.

Das Leben und Werken in der Gemeinschaft, eingebunden in den gesamten Kreislauf Natur, sorgt dafür wieder Spaß am Tun zu bekommen.

Und am entdecken, erforschen und hinterfragen all der Dinge um mich herum.

Danke also für eure Idee und eure Kraft, ohne die es wohl nicht zur Wildnisschule gekommen wäre.

Danke an das Team welches unsere Gruppe und mich stets fürsorglich geleitet hat und für alle Fragen offen war.

Und Danke auch an Gabi und ihre Ernährungskreationen, welche stets wohl bekömmlich waren.

Ihr alle habt mir und meiner persönlichen Entwicklung einen großen Auftrieb und Ansporn gegeben.

Wir werden uns auf jeden Fall schon bald wiedersehen. Micha

Weiterbildung Wildnispädagogik 2017/18

Interview mit Peter Hebeisen am 15.12.2017

 

 

Lütkefend: Mein Name ist Helga Lütkefend. Ich bin als Fachbereichsleiterin an unserer VHS unter anderem zuständig für die berufsbezogene Weiterbildung und hier insbesondere für die überfachlichen Qualifikationen. Dazu gehört auch die Weiterbildung Wildnispädagogik, die wir nun schon seit 2004 in Kooperation mit der Natur- und Wildnisschule Teutoburger Wald und aktuell zum 14. Mal durchführen.

Die Weiterbildung hat sich inzwischen zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt und ich habe während dieser Zeit schon viele positive Feedbacks zur Weiterbildung erhalten.

Herr Hebeisen, Sie nehmen an der aktuell laufenden Wildnispädagogik-Ausbildung teil und haben mir kürzlich eine besonders positive Rückmeldung gegeben – und das schon nach nur zwei von insgesamt sechs Bausteinen der Weiterbildung! Das hat mich dazu bewogen, Sie zu diesem kleinen Interview einzuladen.

Bitte stellen Sie sich doch auch erst einmal vor.

Hebeisen: Mein Name ist Peter Hebeisen. Ich bin freiberuflicher Pädagoge und Coach und biete unter anderem Kampfesspiele® an – das ist ein Sozialtraining, das sich im Besonderen an Jungen richtet –  mache Klassentrainings an Schulen und Berufskollegs, dort insbesondere auch mit internationalen Förderklassen.

Aktuell nehme ich an der Ausbildung zum Wildnispädagogen teil, weil ich mir etwas Gutes tun wollte. Durch den Basiskurs über Ostern hatte ich vage Vorstellungen, was da auf mich zukommt. Nun merke ich, die Vorstellungen werden erfüllt und weit übertroffen. Erstes Fazit: Die Weiterbildung ist phänomenal und exakt das Richtige für mich.

Lütkefend: Und genau da möchte ich ansetzen. Was hatten Sie denn für Erwartungen und Vorstellungen?

Hebeisen: Ich hatte die Vorstellung, dass man Methoden und Techniken kennenlernt, wie man überleben kann. Vielleicht ein wenig Nahrungskunde, ein bisschen Fährten lesen, so in der Art. Zunächst dachte ich, Überleben ist vielleicht ein Begriff, der zu weit greift, aber der Hintergrund ist schon der: Wenn´s ums Überleben ginge, was wäre dann zu tun? Welche Techniken wären nützlich? Wie mache ich Feuer ohne Streichholz, ohne Feuerzeug? Wo finde ich Schutz, und wie baue ich mir eine einfache Hütte, in der ich mich wärmen kann. Dass ich Techniken lerne, wie das funktioniert, das waren meine Erwartungen.

Lütkefend: Und was ist das, was darüber hinaus gegangen ist?

Hebeisen: Was darüber hinaus geht hat viel mit den Leuten zu tun, die das machen – und das ist mir schon auch ein Anliegen: Das Dozent*innen-Team empfinde ich als hoch kompetent und zwar auf der persönlichen Ebene wie auch fachlich-inhaltlich. Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie von irgendwelchen böhmischen Dörfern reden, die sie selber nicht kennen. Nein, die Leute kennen das Dorf, von dem sie reden, und sie kennen die Stadt und die Landschaft, die zu dem Dorf gehören, – um es mal metaphorisch zu sagen.

Auch den Umgang miteinander empfinde ich als wunderbar – einerseits klientenbezogen und auf der anderen Seite mit einer hohen eigenen Präsenz. Es geht ihnen um die Erwartungen der Teilnehmenden, und es geht ihnen um das Leben an und für sich. Das ist weit mehr, als einfach Techniken und Wissen zu vermitteln. Wie geht Leben eigentlich? Und wer bin ich, Mensch, in diesem Zusammenhang? Welche Möglichkeiten und welche Grenzen habe ich? Das ist für mich das Besondere, das Extra an dieser Weiterbildung.

Dazu kommt eine ganz hohe Achtung der Natur, der Umwelt, der Tiere. Es gab beim letzten Baustein so´n einfachen Satz, aber der bringt es exakt auf den Punkt. Wenn wir im Sommer ein Wochenende ohne Hilfsmittel – ohne den ganzen technischen Schnick-Schnack – draußen verbringen sollten, kämen wir ganz ganz schnell an unsere Grenzen. Wir wüssten nicht, wie wir an ein Getränk kämen, wir wüssten kaum, wie wir uns ernähren oder wo wir Schutz finden könnten. Die Tiere im Wald, die machen das tagtäglich – und nicht nur im Sommer, wenn es schön warm ist, oder im Herbst, wenn das Nahrungsangebot überquillt – die machen das das ganze Jahr über.

Lernt von der Natur, lernt von den Tieren, sie sind dir freundlich zugewandt. Das ist ein Credo der Natur- und Wildnisschule. Ich habe erfahren: Das stimmt, so ist das. Das ist für mich das Spezielle.Wir leben in einer Welt in der wir Menschen denken, wir hätten alles im Griff. Aber im Grunde sind wir hoch gefährdet, weil wir mit dem Leben nicht umgehen können. Wir können vielleicht mit Technik umgehen, Häuser und Computer bauen, Satelliten ins All schießen. Aber wenn wir draußen ein Wochenende in der Natur verbringen sollten, wären wir sofort an unseren persönlichen und existentiellen Grenzen. Von der Natur zu lernen, in und mit ihr zu leben, ist sicher eine gute, ja existentielle Idee.

Lütkefend: Das hat ja viel mit Coyote Teaching, der Lehr- und Lernweise der nordamerikanischen Naturvölker zu tun. Die Dozent*innen der Natur- und Wildnisschule sind im Sinne des Coyote Teachings ja eher Mentor*innen. Können Sie das noch ein bisschen weiter ausführen, was das Coyote Teaching ausmacht, wie Sie es bisher erfahren haben?

Hebeisen: So wie ich das bisher verstanden habe, heißt das: Frag nicht allzu viel, sondern guck selber hin, probiere selber aus, und wenn du fragst, lass dir den Rahmen beschreiben, in dem du Lernerfahrungen machen willst oder machen kannst – und dann mach es selber. Es nutzt wenig zu fragen – und das ist dann vielleicht ´ne Konkretisierung – „Was ist das für ein Vogel?“ Das ist reines Faktenwissen, das wenig nutzt. Sich hinsetzen und gucken wie der Vogel lebt, hinsehen, was er frisst, wie er sich bewegt, welche Körperform und welche Schnabelform er hat, wahrnehmen, wie seine Füße aussehen.

Darum geht es – und dann aufgrund der Beobachtungen Rückschlüsse ziehen, die auf den Vogel, sein Leben und seine Strategie zu überleben verweisen. Das ist – so wie ich´s bisher verstanden habe – Coyote Teaching. Selber hingehen, schauen, beobachten, sich als Teil des Ganzen verstehen. Nicht eine Art Supervisionsrolle einnehmen und alles beurteilen, ihm einfach nur Namen geben, sondern sich in das Thema, in die Materie, ins Leben hineinbegeben und dort lernen.

Lütkefend: Sie sind sicherlich sehr weiterbildungserfahren und haben jetzt schon eine Menge Besonderheiten der Wildnispädagogik beschrieben. Wenn Sie die Weiterbildung vergleichen mit anderen Weiterbildungen, die Sie bisher durchlaufen haben, was unterscheidet dieses Angebot noch von anderen klassischen Weiterbildungsangeboten?

Hebeisen: Das Besondere ist der ganz hohe Naturbezug in Verbindung mit der Person, die darin integriert ist. Dazu kommt ein gewisser spiritueller Anspruch, der nicht in einem kirchlich-theologischen Sinn gemeint ist, sondern – vielleicht könnte man sagen – im indianischen Sinn. Es geht um die Verbindung zum Großen und Ganzen. Es geht um die Erde, die einen wie eine Mutter versorgt, es geht um Bruder Feuer und Schwester Wasser.

Vielleicht kann man sagen, dass die gesamte Welt als eine Art Familiensystem zu betrachten ist, zu der auch ich Mensch gehöre, in und mit der ich lebe. Dazu zeichnet die Weiterbildung eine hohe Erfahrungsqualität aus – ich habe schon jetzt sehr sehr viel über mich gelernt, bis dahin, dass sich Dinge für mich durch diese beiden Bausteine verändert haben.

Lütkefend: Sie sagen also, Sie haben schon sehr viel gelernt an diesen zwei verlängerten Wochenenden?

Hebeisen: Ja! Damit meine ich natürlich auch die technischen Fertigkeiten, d. h. ohne Werkzeug eine Schale herstellen, Feuer machen ohne Streichhölzer oder Feuerzeug. Bei letzterem gestehe ich allerdings: Die Technik kenne ich – aber gelungen ist es mir bislang noch nicht. Andere sind da schon richtig gut. Das gehört eben zum Lernen dazu (lacht). Beim Üben erfahre ich, was Feuer eigentlich ist. Zunächst hat Feuer etwas Heimeliges und vielleicht auch etwas Gefährliches. Man denke nur an Kalifornien, wo in den letzten Monaten viele Quadratkilometer mit Feuer überzogen waren. Wenn Feuer ´ne größere Dimension hat, kann es leicht etwas Bedrohliches haben. Beim Feuerbohren stelle ich fest: Feuer ist auch ganz zart. Feuer ist ganz zerbrechlich, ganz mild, – und da verändert sich eine Beziehung.

Gleichzeitig hat das sehr viel mit mir selber zu tun. Es wirft in mir die Frage auf: Wofür brenne ich? Was ist mein inneres Feuer? Wie komme ich an mein inneres Feuer – an die Lebensenergie? Ich erlebe es als Dialog zwischen der Materie und mir als Person – und da entdecke ich viel und lerne viel über mich.

Lütkefend: Sie haben zwar gesagt, dass Ihre Motivation, an der Weiterbildung teilzunehmen, keine berufliche, sondern eine persönliche war, nämlich sich selbst etwas Gutes zu tun. Wenn ich mir Ihren beruflichen Hintergrund anschaue, kommt mir allerdings schon die Frage: Passt die Weiterbildung nicht auch gut in Ihr berufliches Profil?

Hebeisen: Wenn man so eine Weiterbildung macht, kann es sein, dass man sich die Dinge so aneignet, dass man Lust hat, das dann auch selber irgendwie auszuprobieren und anzubieten. Da ich als Pädagoge tätig bin und viel mit Menschen zu tun habe, ist es nicht ausgeschlossen, dass daraus auch ein Wochenende mit Übernachtung entsteht, ohne dass man Zelte, Schlafsäcke und sonst viel Material mitnimmt. Das kann durchaus sein, aber es liegt im Moment nicht in meiner Zielsetzung, und wenn, dann ist das eine schöne, aber nicht angestrebte Nebenfrucht.

Lütkefend: Ich habe dabei insbesondere an die Erlebnispädagogik gedacht. Da werden ebenfalls viele Aktionen in der Natur durchgeführt, und es geht auch viel um Naturerfahrung, wenn ich das richtig verstehe.

Hebeisen: Der Begriff „Erlebnispädagogik“ ist eine Art Container, in dem viele Richtungen Platz finden – Erlebnispädagogik ist nicht gleich Erlebnispädagogik. Wildnispädagogik, wie sie Gero Wever und sein Team vermitteln, ist eine Form. Sich in Kletterparks bewegen ist eine zweite. Mein Ansatz von Erlebnispädagogik bezieht sich eher auf Schulzimmer und Turnhallen. Es geht um das Miteinander im Sinne von „ich und die Gruppe“ und „die Gruppe und ich“. Wie funktioniert Kooperation? Welche Fähigkeiten kann ich in die Gruppe einbringen, was kann ich von andern lernen? Welchen Platz kann ich für mich und in der Gruppe einnehmen? Das ist mein erlebnispädagogischer Ansatz, bei dem ich unterschiedliche Methoden einsetze. Eine wirksame Form sind die Kampfesspiele®.

Lütkefend: Als wir die Wildnispädagogik-Ausbildung 2004 zum ersten Mal angeboten haben, war das Interesse noch vergleichsweise verhalten. Inzwischen sind die Kurse ausgebucht und wir führen Wartelisten. Wildnispädagogik und Überlebenstrainings werden in unserer zivilisierten und technisierten Welt immer beliebter und populärer. Wie erklären Sie sich das?

Hebeisen: Ich sehe zwei Punkte. Das eine ist das Überleben an und für sich. Ich glaube, dass wir in einem gesellschaftlichen System leben, in dem zunehmend mehr Menschen den Eindruck haben, dass es für sie nicht mehr um Leben geht, sondern ums „Über-leben“. Wer diesen Eindruck hat, möchte auch wissen, wie er überleben kann. Dann sucht er Rat bei Menschen, von denen er denkt, dass sie überleben können. Das könnte ein eher unterbewusster Zugang sein.Und das andere, was ich für direkter, weil bewusster halte: Wir leben in einer zunehmend technisierten und ich behaupte zunehmend menschenfeindlichen, persönlichkeitsfeindlichen Welt. Wir haben „Alexa“ und wie diese komischen Dinge alle heißen. Sie nehmen einem vermeintlich vieles ab. In Wirklichkeit führen sie in Abhängigkeiten und entfremden uns von uns selbst. Ohne Smartphone kann man heutzutage in unserer Gesellschaft kaum noch leben. Informationsbeschaffung ohne Internet – wie geht das?

Gefühle werden nicht mehr wahrgenommen, sondern über sie gedacht und mit Emoticons dargestellt. All diese technischen Dinge haben mit mir als Menschen und meinem wirklichen Sein wenig zu tun. Immer mehr Menschen spüren und wissen: „So kann es irgendwie nicht weitergehen“. So entsteht eine Sehnsucht, eine Suchbewegung, die nicht technisch beantwortet werden kann. Sie führt an die Ursprünge zurück, zurück in den „Lebensraum“, und der ist nicht virtuell und technisch, sondern natürlich: Wald, Baum, Quellwasser, Wärme, Kälte, all diese Dinge.Sich im technischen Leben nicht wiederfinden und überleben wollen, sind aus meiner Sicht zwei Aspekte, die dazu führen, dass zunehmend mehr Menschen Interesse an Wildnispädagogik haben.

Eine Sache möchte ich gern nachschieben. Wer noch nie in einer Laubhütte geschlafen hat, sollte dies tun. Er sollte sich in seinem eigenen Tempo der Herausforderung nähern –  unbedingt! Denn die Erfahrungen, die dabei zu machen sind, sind phänomenal und führen direkt ins Leben!

Lütkefend: Weitere spannende Erfahrungen von Teilnehmenden der Wildnispädagogik sind auch noch nachzulesen auf der Internetseite der Natur- und Wildnisschule Teutoburger Wald.

Herr Hebeisen, ich bedanke mich auch im Namen der Natur- und Wildnisschule ganz herzlich für das interessante Gespräch und wünsche Ihnen auch weiterhin eine bereichernde und inspirierende Weiterbildung!

Bin ich jetzt verrückt...?

Alle bisherigen Tage im Wildniscamp habe ich draußen geschlafen, im Lean-to, im Wald oder einfach auf der Wiese. Auf Grund des Regens habe ich eine Nacht in meinem Zelt übernachtet.Ich hatte die ganze Zeit ein unbefriedigendes, komisches (etwas trauriges) Gefühl. Irgendetwas fehlte. Zuerst konnte ich nicht erkennen woran es lag.

 

Bisher war ich der Annahme, dass wenn ich in einem Zelt schlafe, ich ja auch draußen schlafe, da ja nur ein ganz dünner Stoff zwischen mir und der Außenwelt ist. Aber das ist ganz und gar nicht so! In einem Zelt kann ich die Natur nicht spüren. Ich kann weder den Wind auf meiner Haut spüren, noch kann ich in die Dunkelheit der Nacht sehen. Sehe weder Sterne noch den Mond. Ich schotte mich von der Natur ab, fühle mich orientierungslos und abgekapselt.

 

In der Nacht danach habe ich dann wieder ohne Zelt, einfach auf einer Wiese unter dem Sternenhimmel geschlafen. Sofort war wieder mein glückseliges Gefühl da. Ich fühlte mich wieder eins. Mit der Natur verbunden. Ich weiß nicht wie ich es mit Worten beschreiben soll, es fühlte sich so richtig an, so sollte es sein.

Als ich dann um 6.30 Uhr zu meinem Sitzplatz im Wald ging, war ich ohne Gedanken. Ich war einfach nur glücklich. Ich bückte mich und schaute mir die wunderschöne helllila blühende Diestel an. Die Blüte war wunderschön, ich hätte sie stundenlang betrachten und über ihre Schönheit staunen können. Dann setzte ich mich auf meinen Sitzplatz und war einfach nur glücklich.

 

Ich freute mich über das Konzert der Vögel im Wald um mich herum. Ich freute mich über die Amsel die 4 Meter vor mir ausgiebig und eifrig die Blätter mit ihrem Schnabel umdrehte auf der Suche nach ihrem Frühstück. Vielleicht wollte sie aber auch nur schauen, welch komischer großer Vogel da jetzt schon wieder unten am Baum hockt. Genau so freute ich mich über die Insekten. Eine Mücke die vor mir nach rechts flog und wunderschön aussah in dem Morgenlicht. Ich freute mich über eine Wespe, die langsam an mir vorüber flog.

Dann betrachtete ich die gelben halb verblühten Blumen die vor mir standen, und die leicht mit dem Wind hin und her wippten. Auch sie sahen wunderschön aus. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das auch sie mich glücklich machten. Bisher schaute ich meistens nach Tieren. Nach Lebewesen die sich bewegten und die ich beobachten kann. Erst jetzt sah ich, dass sich alles um mich herum bewegt. Irgendwie war alles in Bewegung. Auch die gelben, halb verwelkten Blumen vor mir. Ich spürte keinen Wind und wunderte mich, dass sie sich trotzdem bewegten. Irgendwie bewegten sich alle Pflanzen um mich herum in einem Einklang. Sie schienen miteinander verbunden zu sein. Irgendwie war alles miteinander verbunden. Es fühlte sich so lebendig und so schön an. 

 

 

Irgendwie hat sich mir eine neue Sichtweise eröffnet. Ich hätte 5 Minuten, 5 Stunden oder 5 Tage so sitzen und mir all die Bewegungen anschauen können (die Zeit hatte keine Bedeutung).

(Eine Teilnehmerin, 2017)

Ein Weg mit Herz und Verstand

Eine sehr intensive Erfahrung war das Gruppenleben.

Schon oft habe ich in Büchern, die z.B. indianische Stammesgemeinschaften zum Thema haben, von der liebevollen Fürsorge und dem aufmerksamen Miteinander in der Gemeinschaft gelesen. Niemand ist dort alleingelassen oder sich selbst überlassen.

Und so war es auch hier! Auch wenn dies gar nicht unbedingt Ziel des Kurses war, so hat das Leben in dieser Gruppe mir eine wichtige Erfahrung beschert. Eine ganze Woche habe ich in einer Gemeinschaft gelebt, ohne dass ein böses Wort gefallen ist. Liebevolles und aufmerksames Miteinander ist auch heutzutage noch möglich, dies habe ich nun gelernt. Mit Menschen dieser Gesellschaft.

 

Der Kurs Erdphilosophie I lehrt eine Sicht weise der spirituellen Welt der nordamerikanischen Indianer, speziell-des Apachen Stalking-Wolf. Dieser-Mann gab sein Wissen direkt in einer mehrjährigen Unterweisung an Tom Brown Jr. weiter. Tom Brown Jr. nun wiederum bietet dieses Wissen Menschen aus aller Welt an, so haben auch die Lehrerdieses Kurses bei Tom Brown gelernt und geschwitzt.

 

Als ein Leitsatz für die Lehren und den Kurs gilt: Es gibt keine Zufälle. Mit diesem Satz im Hinterkopfhaben wir die Woche erlebt und die Kursinhalte aufgenommen und verarbeitet.

Ich habe unter anderem eine Technik erlernt, mit deren Hilfeich eine Frage, die mir auf der Seele brennt, an das Universum, die Schöpfung richten kann. Mit dieser Technik, Vorgehensweise gehe ich z.B. in den Wald und nehme über einen gewissen Zeitraum alles zur Kenntnis, was mir begegnet, passiert und ich wahrnehme (sehe, rieche und auch schmecke) und mir im Hinblick aufmeine Frage wichtig erscheint.

Diese Wichtigkeit erkennt mein Herz, mein Gefühl, meine Intuition, meine innere Stimme. Wenn die Ereignisse mir keine schlüssige oder verständliche Antwort zu geben scheinen, gibt es eine Methode mit Papier und Bleistift und meinem Gefühl, meiner inneren Stimme die Ereignisse auszuwerten und zu gewichten, und vielleicht zu einer Lösung/ Antwort zu kommen.

Und wenn das alles nicht hilft, stelle ich die Frage wieder oder formuliere sie um oder aber frage wie ich die Frage denn richtig formulieren könnte. Das faszinierende ist, es klappt auch nachdem ich wieder zu Hause bin und der Kurs vorbei ist.

 

Ein weiterer und für mich wichtiger Punkt ist die Meditation.

Ich hatte schon vor dem Kurs entsprechende Erfahrungen aber ich hatte doch auch noch eine Menge·Fragen undUnsicherheiten zu klären. Hatte ich doch noch nie die Möglichkeit mit Leuten zu sprechen, die unermüdlich bereit waren ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet mit mir zu teilen.

Jetzt nun endlich habe ich z.B. den Unterschied zwischen Visualisierung und einer Vorstellung begriffen und wie ich diese in die Meditation einbaue und mit Leidenschaft und Kraft erfülle. Begriffe, die mir in der Literatur zu verworren präsentiert wurden aber doch sehr wichtig für die Meditation sind, wie ich nun weiß.

Auch musste ich bei Krankheit oder Unfall, wenn ich eben ans Bett gefesselt war, meine Meditationen immer unterbrechen, da ich im Liegen doch immer einschlief Nun endlich kann ich auch im Liegen ganz hervorragend die Meditation üben. Vielen Dank

(Erdphilosophie 1 - Teilnehmerin, 2001)

Kaltes Wasser macht den Kopf frei

Am Mittwoch, 10. Mai bin ich zusammen mit 4 weiteren Leuten in Richtung Schweden aufgebrochen. Im Auto wurde viel geschlafen und Musik gehört, außerdem sind wir zwei mal mit der Fähre gefahren.

Nach ca. 24 Stunden sind wir in Ed, einer kleinen Stadt im Südwesten Schwedens angekommen. Dort haben wir eingekauft und sind zu unserem eigentlichen Ziel gefahren: Sörbo, ein schönes Grundstück im Wald in der Nähe von Ed, das der Wildnisschule Teutoburgerwald gehört.

Wir sind dort hingefahren, um an der "Caretaker-Woche", also einer Helferwoche teilzunehmen. Mit insgesamt 8 Teilnehmern und 3 Teamern waren wir in Sörbo eine Woche lang am werkeln, haben Sachen repariert und neu gebaut, aufgeräumt, sind schwimmen gegangen, haben am Lagerfeuer gesessen, viel erzählt und gesungen und hatten eine wirklich schöne Zeit zusammen.

Auch mit am Platz waren 8 Visionssucher + Teamer. Die sind Montags in den Wald gegangen, um 4 Tage lang fastend alleine zu sein.

Der Platz sieht ungefähr so aus: es gibt ein Haus, allerdings ohne Strom und fließend Wasser und wir haben uns nur zum kochen dort aufgehalten.

Es gibt einen Waschpavillon mit Brunnen, eine Komposttoilette, eine Faßsauna, eine Scheune/Werkstatt, zwei Feuerstellen, eine Zeltwiese und einen Treffpunkt, an dem wir morgens zusammen gekommen sind, um gemeinsam den Tag zu beginnen.

Generell waren wir als Gruppe sehr verbunden, obwohl sich die meisten vorher nicht kannten. Jeden Morgen hatte jeder die Möglichkeit, der Gruppe mitzuteilen, wie es ihm geht, wie er geschlafen hat, ob er etwas braucht, Wünsche oder Erwartungen an den Tag hat usw. Das führt dazu, dass man als Gruppe gut funktioniert und sich gegenseitig versteht.

Außerdem haben wir jeden morgen ein Räucherritual mit Salbei durchgeführt und ein Lied gesungen. Mir hat das alles sehr gut getan, es nimmt ein wenig die Geschwindigkeit aus dem Leben, durch das wir viel zu oft rennen und es gibt einem die Möglichkeit, Dinge ganz bewusst zu tun und zu erleben.

Ich habe in der Woche sehr viel gelernt und zwar hauptsächlich nach dem Motto "learning by doing". Keiner von uns war handwerklich professionell ausgebildet und grade das fand ich so toll - jeder hat ein bisschen ausprobiert und mal so gemacht wie er denkt, so sind (vielleicht manchmal etwas schiefe), aber doch meist sehr stabile und vor allem individuelle Dinge entstanden, die sich im Endeffekt wirklich sehen lassen können.

Ich habe zum Beispiel ein Geländer und ein Vogelhäuschen gebaut. Zusammen haben wir einen riesigen Windschutz aus Ästen und Reisig gebaut, eine Regenrinne montiert, ganz viel Feuerholz gemacht, Bänke und Fenster gebaut und gestrichen, Elchschutzzäune gebaut und vieles vieles mehr.

A propos Elch - ich habe gleich am zweiten Tag in Schweden 5 Elche gesehen! Außerdem einige Biber- und Wolfspuren. Was ich noch wirklich toll fand, war das fast tägliche Baden im Fluss um die Ecke.

Kaltes Wasser macht den Kopf schneller frei als jede Meditation und man fühlt sich danach wie neu geboren. Die heiße Dusche habe ich überhaupt nicht vermisst, genauso wenig wie ein normales Bett - 2,5 cm Isomatte reicht ;)

 

Vielen Dank an alle, die in Schweden dabei waren - ihr habt alle zu einer unvergesslich schönen Woche beigetragen! :)

(Caretaker Schweden - Mai 2017)